Das Finistère
Das Finistère
Das Finistère (von lat. finis terrae = Ende der Welt) bildet die westlichste Spitze Frankreichs, es wird von drei Seiten vom Atlantik und dem Ärmelkanal umspült und bietet daher die längste Küstenlinie der bretonischen Gebiete, den meisten Kontakt zum Meer und die größte Vielfalt der Natur.
Bevor wir näher auf dieses wunderschöne, westlichste Departement der Bretagne und ganz Frankreichs eingehen, möchten wir Ihnen in einigen Bildern einen ersten Eindruck der landschaftlichen Vielfalt vermitteln.






Die landschaftliche Vielfalt des Finistère
ob schroffe Felsküsten oder runde, weiche Felsformationen, kleine Buchten oder lange Strände mit schneeweißem bis cremegelbem Sand, tief ins Land gehende Meeresarme oder liebliche Flusslandschaften mit vielen Windungen, Heidelandschaften oder dichte grüne Wälder, im Finistère finden Sie von allem reichlich.
Die landschaftlichen Kontraste sind beeindruckend, so auch bei den Inseln: die sich ganz im Westen befindende, rauhe, dem Wind ausgesetzte Ile de Sein oder der karibisch anmutende Archipel der vor Concarneau liegenden Glénan Inseln spiegeln das breite Spektrum unterschiedlicher Landschaften und Mikroklimas wieder.













Im Nord-Finistère: wo sich Kanal und Atlantik treffen
Der nördliche Teil des „Endes der Welt“ besticht vor allem durch große Ursprünglichkeit, viel unberührte Landschaft und noch mehr Ruhe und Beschaulichkeit als sie andere Regionen der Bretagne bieten. Dazu bietet er wundervolle Kontraste: zerklüftete Küsten und steile Klippen gibt es hier ebenso wie Buchten mit Lagunenflair, naturbelassene Dünen und Sandstrände mit klarem, sauberen Wasser.
Die sanftere Bucht von Morlaix mit ihren schönen Badeorten Carantec und Roscoff geht über in die wildere Côte des Abers (Aber = Meeresarm), auch Küste der Legenden genannt, eine vielerorts noch unberührte Küstenlandschaft, die von Flüssen und Meeresarmen durchzogen wird und den Übergang zwischen Atlantik- und Kanalküste bildet.





Im Land der Meeresarme
Von Osten nach Westen ziehen sich die Meeresarme Aber Wrac´h und Aber Benoit tief ins Landesinnere und bieten in ihren Mündungen wunderschöne weiße Sandstrände mit Naturdünen und vielen kleinen vorgelagerten Inselchen. Der ganz im Westen liegende und etwas kleineren Aber Ildut mündet in das Mer d´Iroise mit Frankreichs erstem nationalen Meerespark, dem Parc d´Iroise, der unzähligen Delfinen und Robben Lebensraum bietet und die Inseln Ouessant, Molène und Sein mit einschließt.
Auch hier führt der berühmte Fernwanderweg GR 34 die gesamte Küste entlang, zusätzlich bieten sich wundervolle Wanderungen entlang der Meeresarme – Liebhaber der unberührten Natur kommen hier ganz auf ihre Kosten.





Die Straße der Leuchttürme
Von den schroffen Felsen der Pointe Saint Mathieu und Le Conquet bis zu den vorgelagerten Inseln Ouessant und Ile Vierge bewachen majestätische Leuchttürme die Küste und warnen die Schiffe vor Felsen und Untiefen. Der Leuchtturm auf der Ile Vierge, zu der es geführte Touren gibt, ist der höchste Europas.
Sie konnten aber nicht verhindern, dass in dieser Region, in der das Meer v.a. im Winter wild und unberechenbar und die Küste voller Untiefen und kleiner felsiger Inseln ist, unzählige Schiffe der ungezügelten Natur und Herausforderung dieser Küstenregion zum Opfer fielen, wovon noch heute der mit Schiffswracks übersäte Meeresboden des nordwestlichen Finistère zeugt.
Planen Sie doch mal eine ganztägige Leuchtturm-Tour und schauen Sie, wie viele Sie an einem Tag besichtigen können.





Das alte bretonische Granitdorf Ménez Ham
Ein Hightlight der „Côte des Légendes“ ist auch das malerische alte Dorf Méneham in der Gemeinde Kerlouan, dessen kleine, reetgedeckte Steinhäuschen sich zwischen dicken Felsbrocken befinden und wundervolle Fotomotive bieten.
Wer am Sonntag kommt, teilt diese Augenweide vielleicht mit mehr anderen Touristen, hat aber im Sommer eine gute Chance, gleichzeitig ein kleines bretonisches Fest mit Dudelsack-Musik, bretonischen Tänzen und natürlich Cidre mitfeiern zu können.


Große Städte gibt es im Nord-Finistère dagegen nur wenige, darunter Brest, die mit Abstand größte Stadt des gesamten Finistère und Morlaix in der gleichnamigen Bucht, mit seinen hübschen Fachwerkhäusern und dem Hafen unter dem berühmten Viadukt.
Dazu gesellen sich einige kleinere Städte wie Saint-Pol-de-Leon, Carantec, die ehemalige Korsarenstadt Roscoff oder Landerneau zwischen den Regionen Cornouaille und Léon, das neben schönen alten Häusern die einzige noch bewohnte Brücke Europas bietet.



Das Oceanopolis in Brest
Da sich in Brest mehr als die Hälfte der Meeresforscher Frankreichs aufhalten, gilt Brest als DIE Hauptstadt der Ozeanographie.
So ist es nicht verwunderlich, das sich in Brest auch das bekannteste französische Aquarium befindet, das auf beeindruckende Weise das Leben der Ozeane in tropischen, polaren und gemäßigten Zonen sowie mehr als 1000 verschiedenen Tierarten und 10.000 Tiere in 77 Aquarien zeigt. Lassen Sie sich entführen in die Welt der Pinguine, Schildkröten, Haie, Muränen, Robben und vieler anderer Meereslebewesen, ein Erlebnis für Jung und Alt.








Im Herzen des Finistère
Die Bretagne hat noch mehr zu bieten als „ar mor“, das Land am Meer: es gibt auch „ar goat“, das Landesinnere. Umgeben von all diesen herrlichen Küstenlandschaften bietet das Centre Finistère überraschend vielfältige Landschaften.
Besuchen Sie den uralten Gebirgszug der Monts d’Arrée, mit seinen tollen Ausblicken auf pure Natur und seinen urigen Dörfchen, die sich in die Täler ducken. Nahezu jedes kann mit einem „enclos paroissial“ aufwarten, einem umfriedeten Kirchhof mit Triumphbogen, Beinhaus und steinerner Kreuzigungsgruppe vor einer alten Kapelle.
Genießen Sie den den Blick über weites Land bis hin zur Küste von der höchsten Erhebung der Bretagne aus, dem „Menez Hom“. Es ist eine eindrucksvolle, fast unwirklich anmutende Landschaft.
Zum großen Teil gehören die Monts d’Arrée zum Parc Naturel Régional d’Armorique, der sich über das Aulne-Tal mit seiner Mündung bis über die Halbinsel Crozon erstreckt.








Es gab eine Zeit, in der die Bretagne nahezu komplett mit ausgedehnten Urwäldern bedeckt war. Und man kann sie tatsächlich noch finden, die letzten Überbleibsel dieser legendären Wälder. Der bekannteste Wald heißt Huelgoat und ist eine phantastische Landschaft um ein wildes Bachbett mit riesigen Granitfelsen – ein toller Ausflug!



Bezaubernd ist das Flüsschen Aulne, das sich durch Auen und lichte Wälder durch das Herz des Finistère schlängelt. Mal ist sein Wasser still und spiegelblank, mal springt es über Steine und zeigt richtig Strömung. Im Frühjahr springen hier die Lachse flussaufwärts. Zur Mündung hin wird aus dem beschaulichen Wasser ein breiter, gezeitenabhängiger Strom, die „Aulne maritime“.


Das Centre Finistère hat auch an schönen Ortschaften einiges zu bieten: urige Dörfchen, wie St. Rivoal oder Saint-Herbot, die sich zwischen Hügeln und Wäldern verstecken, das komplett erhaltene mittelalterliche Locronan, das bei so manchem Film als Kulisse gedient hat und hübsche kleine Städtchen wie Carhaix, Chateaulin oder Chateauneuf-du-Faou. Gehen Sie auf Entdeckungsreise!






Quimper – Hauptstadt des Finistère
Eine Perle ist diese schöne bretonische Stadt am Fluss Odet, 20 Minuten von der bretonischen Riviera entfernt. Quimper ist immer einen Besuch wert: für einen Marktbesuch, zum Bummeln, zum Ausgehen, zum Shoppen, für den Museums- oder Restaurantbesuch.
Die Stadt hat einen wunderbar erhaltenen mittelalterlichen Kern mit engen Gassen, hervorkragenden, bunten Fachwerkhäusern, vielen geselligen Plätzen und einer majestätischen Kathedrale, die über den Gassen aufragt. Entdecken Sie eine herrlich ruhige Oase im Park zwischen den Stadtmauern und Wehrtürmen oder schlendern Sie die Promenade unter den alten Kastanienbäumen am Flussufer entlang, wenn jede Brücke mit Blumen geschmückt ist.






Ein Besuch von Quimper ist auch eine gute Gelegenheit, Mitbringsel für die lieben Daheimgebliebenen zu finden – oder Andenken für sich selbst: Fayencen, Spitze, Macarons, Kouign-Amann oder die leckeren Kekse mit Salzbutter. In der täglich geöffneten Markthalle, auf dem großen Markt oder den vielen kleinen Geschäften mit Leckereien und typisch bretonischen Produkten gibt es große Auswahl.

